Von Auschwitz aus erlebt: Invasion des Warschauer Paktes in die CSSR

Heute, am 21. August 2018, jährt sich zum 50. Mal die Besetzung der damaligen CSSR durch die Staaten des damaligen Warschauer Paktes.

Prager Einwohner vor sowjetischem Panzer
Prager Einwohner vor sowjetischem Panzer

Die DDR war an diesem Einmarsch nicht beteiligt. Nicht, weil sie nicht gewollt hätte, sondern weil sie nicht durfte. In Moskau wollte man nicht die Erinnerung an deutsche Besatzung provozieren. Die DDR-Führung empfand das als Diskriminierung und erfand Berichte über Mitwirkung der NVA (Nationale Volksarmee). Weiterlesen

Tag der Befreiung

Befreiung vom Nationalsozialismus?

Mein Vater hat das zum Beispiel anders empfunden. Für ihn brach eine Welt zusammen.

Geboren noch zu Kaisers Zeiten,

ist er mit 16 zur Hitlerjugend gekommen. „Gekommen“ ist das richtige Wort, denn sein Jugendverband, die „Christdeutsche Jugend“, wurde 1932 in Darmstadt geschlossen in die HJ überführt.

Dort stieg er schnell auf, wurde ranghoher HJ-Führer im sogenannten „Warthegau“, dem 1939 gewaltsam dem Deutschen Reich einverleibten südwestlichen Teil Posens.

Bei Kriegsende kehrte er als gebrochener, mehrfach verwundeter Mann heim.

Sein Leben lang wollte er mit Politik nichts zu tun haben.

Mein Vater gehörte zu den „Tätern“

auch wenn ich ihn selbst irgendwie auch als ein tragisches Opfer seiner Zeit ansehe.

Nein: „Befreit“ wurde Deutschland nur aus der Sicht der Opfer.

Und nur aus Solidarität mit ihnen können wir heute von „Befreiung“ reden. Die anderen, die Täter und die Mitläufer mögen sich erleichtert gefühlt haben, dass der Krieg endlich vorbei war.

Erst 40 Jahre nach Kriegsende,

heute vor 25 Jahren war die Zeit reif für die historische Rede von Bundespräsident von Weizsäcker, der den Begriff „Tag der Befreiung“ prägte.