So heißt ein Buch von Doris Dörrie, in dem sie anleitet, die eigene Lebensgeschichten zu schreiben.

Darin schreibt sie selbst wunderbare kleine Geschichten und rät:

Der Schlüssel zum Schreiben ist, nicht nachzudenken, um die Inspiration nicht zu unterbrechen, Probier es aus. Schreib los. Jetzt!

Dafür drei Regeln:

1. Schreib zehn Minuten ohne Pause. Am besten mit der Hand. Laß Dich treiben.
2. Denk nicht nach. (Wenn man zu viel nachdenkt, hört man prompt auf zu schreiben.) 
3. Kontrollier nicht, was du schreibst,. Mach Schreibfehler, Grammatikfehler, schreib Blödsinn.

Ich habe nicht sofort angefangen. Erst einmal habe ich ein paar Abende in ihrem Buch gelesen. Aber jetzt geht es los.

Erinnerungen: Weiß wie der Tod

Opa war der erste Tote, den ich sah. Mein lieber Opa. Mutti ging in die Schule und sagte dem Lehrer, dass wir zur Beerdigung fahren müssen. Er wollte das erst nicht erlauben, aber Mutti setzte sich durch. Natürlich. Wir fuhren mit dem Zug 5 Stunden die 100 km an die Lahn. Opa lag auf dem…

Weiterlesen

Erinnerungen: Freundinnen und andere Probleme

Wie gerne hätte ich eine Freundin gehabt. Aber es ging nicht. Ich hätte mich nie getraut, sie mit zu uns nach Hause zu bringen. Meine Geschwister machten das, aber ich habe mich viel zu sehr für den Hinterhof geschämt, in dem wir wohnten und das kleine Zimmer, das ich mir mit meinem Bruder teilte. Es…

Weiterlesen

Verloren gehen

Meine Mutter hat mich im Kaufhof verloren. Oder ich habe sie verloren. Ich laufe nur um einen Kleiderständer herum, dass sie mich nicht sieht und schon ist sie weg. Ich laufe in die andere Richtung, aber da ist sie auch nicht. Ich suche und suche und finde sie nicht. Ich bin verzweifelt. Ohne sie werde…

Weiterlesen

Erinnerungen: Kleidungsstücke

Ganz, ganz, ganz früher haben wir noch Leibchen getragen. So klein ich war, erkannte ich die Schmach: als Junge ein Leibchen tragen. Als Junge! An Strapsen wurden mit einem Pfennig – weil der ursprüngliche Knopf meist verloren gegangen war – lange Strümpfe befestigt. Ich hasste lange Strümpfe. Mein einziges Glück war, dass ich nicht wie…

Weiterlesen

Erinnerungen: Essen, Krank sein

Beim Essen saßen wir immer um den großen Tisch in der Küche, Mutti am Kopfende, dann neben ihr Vati, dann die Kinder, nach Alter geordnet. „Nicht mal beim Essen kann man in Ruhe Nachrichten hören“, sagte mein Vater manchmal, der eigentlich am Tisch fast nie etwas sagte, stand auf und schleifte sein Messer unten am…

Weiterlesen

Erinnerungen: Zimmer, Hof, Gärtchen

Die ersten Erinnerungen sind die an die beiden Zimmer, in denen wir zuerst wohnten. „Hausten“ muss man eher sagen. Zwei kleine Zimmer, eine klitzekleine Küche mit wohl nicht mehr als 2 m² und ein kleines Klo. Zwei Erwachsene und zwei Kinder, kann sein, dass wir so auch noch wohnten, als mein Bruder schon auf die…

Weiterlesen