„Er ließ das Wasser laufen, hörbar, während er sich mit einem Handtuch die Hände abrubbelte“ (Jonathan Franzen, Die Korrekturen)

Er ließ das Wasser laufen, hörbar, während er sich mit Kamille die Hände abrubbelte. Er hoffte, Camilla würde ihn nicht hören. Sie konnte fuchsteufelswild werden, wenn er das machte. Sie wusste, er dachte dabei an sie.

Heftig rubbelte er weiter. Seine Hände wurden schon gelb. Er blickte in seine Handflächen und rieb sie aneinander, zart.

Er liebte den Geruch von Kamille. So, wie er Camilla liebte. Vielleicht mehr noch – so wie er Friederike einmal geliebt hatte. Friederike hatte immer in Kamille gebadet, dann durfte er zusehen. Er vermisste diese Momente.

Der Geruch nach Kamille verbreitete sich im Zimmer. Intensiv, wie er ihn selten gerochen hatte.

Durch das laute Rauschen des Wassers hindurch hörte er, dass sich im Haus etwas bewegte. Hastig wusch er sich die Hände ab und legte die die Kamille in das Schränkchen, das er von seiner Oma geerbt hatte. Hinter die Bücher.

Er roch noch einmal an seinen Händen, dann drehte er sich um.

„Hallo, Camilla“ sagte er.

Schreibübung:
Nimm irgendein Buch aus Deinem Regal, schlage es irgendwo auf. Suche den 3. Satz auf der Seite links (oder was du dort für einen Satz hältst). Schreibe ihn ab.
Ersetze ein beliebiges Wort in diesem Satz durch das Wort „Kamille“. Bearbeite den Satz nun weiter oder schreibe ihn weiter oder… So, dass ein kleiner Text entsteht.

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